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PortraitSCHLOSS HABSBURG
Als "Stammvater" der Habsburger nennt man Guntram den Reichen, der möglicherweise mit einem 952 bezeugten Grafen gleichen Namens im Elsass identisch ist. Trifft dies zu, so stammen die Habsburger von der fränkischen Herzogenfamilie der Etichonen ab. Guntram der Reiche oder sein Sohn Kanzelin von Altenburg erwarb im Aargau das heutige Eigenamt. Zu umfangreichem Grundbesitz kam Kanzelin von Altenbrug in Muri durch Missbrauch der Schirmherrschaft über eine lokal begüterte Adelsfamilie und durch die gewaltsame Vertrei-bung freier Bauern. Das begangene Unrecht und die Fehde, die zwischen Radbot und Rudolf, den Söhnen Kanzelins, um den Besitz von Muri ausbrach, führte 1027 als Sühneakt zur Gründung des Klosters Muri, einer Stiftung von Radbot und seiner Gattin Ita von Lothringen. Durch die Klostergründung konnte sich Radbot seine Ansprüche auf Muri über die Klostervogtei sichern; zugleich gewann er die Unterstützung kirchlicher Würdenträger, mit deren Hilfe der Streit zwischen den verfeindeten Brüdern beigelegt werden konnte. Im Zuge der Herrschaftsbildung und nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit der Klosterstiftung in Muri wurde auf dem Wülpelsberg im Eigenamt um 1020/30 die Habsburg errichtet. Frühere chronikalische Überlieferungen erwähnen als Erbauer der Habsburg Radbot und seinen Verwandten Bischof Werner von Strassburg. Nach dem Tode Radbots und seines Bruders Rudolf, fiel das gesamte Erbe an Radbots Sohn Werner I. Otto II., der Sohn Werners I., nannte sich um 1100 als Erster der Familie Graf von Habsburg. Im Aargau noch im Schatten mächtiger Dynastien stehend, profitierten die Habsburger 1173 vom Aussterben der Lenzburger. 1108 nannte sich das Geschlecht erstmals von Habsburg. 1273 wurde Graf Rudolf von Habsburg zum deutschen König gewählt. Das Schloss eignete sich aus geographischen Gründen nicht als Sitz. Graf Rudolf weilte nur einmal (im Jahr 1256) auf der Habsburg. Nach dem glänzenden Aufstieg des Habsburgergeschlechts war die Habsburg spätestens von der Mitte des 13. Jahrhunderts an als Residenz nicht mehr geeignet. In der Folge erhielten Dienstleute das Schloss als Lehen. Es wechselte des öfteren die Hand, bis es 1804, nach fast 300jähriger Zugehörigkeit zum Kanton Bern, vom jungen Kanton Aargau erworben wurde. Nach jahrhundertelanger Vernachlässigung wurde die Habsburg durch den Kanton Aargau in verschiedenen Malen renoviert. Ende des letzten Jahrhunderts fand die heutige eigene Dorf-wirtschaft im Schlosse Eingang. DER NAME HABSBURG Havichsberch (1108) Einer Legende gemäss soll der Erbauer des Schlosses, Radbot, auf einem Jagdausflug das Schloss "Habichtsburg" benannt haben, als sich ein Falke (zur Familie der Habichte gehörend) auf dem Schlossgemäuer niederliess. Wahrscheinlicher ist eine andere Deutung, wonach eine Beziehung zur ehemaligen Landestelle für den Schiffsverkehr in Altenburg besteht. Eine solche Landungsstelle hiess altdeutsch "Haw" oder "Hab", und daraus sei die Bezeichnung Habsburg, d.h. Burg an der Hab ("Habesburch") entstanden. DORF HABSBURG Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wich die bescheidene, zurückgezogenen Lebensweise dem Bestreben, in Kontakt mit anderen Gemeinden zu kommen und in Zusammenarbeit an grössere Dinge heranzutreten, wie es beispielsweise die Wasserversorgung darstellte. Bis 1908 bezogen die Habsburger ihr Wasser aus Sodbrunnen. 1908 fasste Villnachern am Linnerberg eine Quelle und Habsburg schloss sich dem Projekt an. Eine 4500 m lange Leitung brachte während 46 Jahren das Wasser vom Linnerberg nach Habsburg. 1954, beim Bau des Kraftwerks Wildegg/Brugg, offerierte die NOK der Gemeinde einen Betrag von Fr. 40'000.- für den Fall, dass keine Leitungen mehr das Gebiet der neuen Anlage durchschneiden. Schinznach-Bad, das unterhalb des "Brand" ein Reservoir erstellte, bot Anschluss an sein System. 1916 stellt Habsburg auf Stromversorgung um. Die mit dem Bevölkerungswachstum verbundenen Probleme forderten wohlüberlegte Lösungen: Anschluss an die Kläranlage und das Kabelfernsehen, Anschaffung eines Feuerwehrautos usw. Das Dorf bietet mit seiner Lage ein ländliches Leben mit all seinen Vorteilen und doch liegt Habsburg ganz in der Nähe wichtiger Industrie- und Einkaufszentren (Windisch, Brugg und Baden).
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