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Seismische Messungen im Gebiet Jura Ost

Die Nagra führt im Gebiet Jura Ost im Auftrag des Bundes 3D-seismische Messungen durch im Rahmen des Standortwahlverfahrens für geologischen Tiefenlager. Hier wird über das Projekt informiert.

 

3D-Seismik in Jura Ost - Jeder Grundeigentümer wird persönlich kontaktiert

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) des Kantons Aargau hat Ende August die Bewilligung für die Durchführung der 3D-seismischen Untersuchungen in der Region Jura Ost erteilt. Diese sind Teil der sicherheitstechnischen Abklärungen im Sachplanverfahren geologische Tiefenlager. Mit der Bewilligung kann die Nagra jetzt mit den Vorarbeiten für die Messkampagne beginnen. Seit Anfang September ist ein sechsköpfiges Team im Gebiet rund um den Bözberg unterwegs, um die betroffenen Grundeigentümer und Pächter persönlich zu informieren. Die seismischen Messungen beginnen Ende September.

 

Teamleiter Hanspeter Weber, Geologe der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) erklärt: «Wir werden rund einen Monat lang von Montag bis Samstag von Tür zu Tür gehen und dabei wird jeder von uns mehrere Gespräche pro Tag führen.» Insgesamt müssen rund 1200 Grundeigentümer informiert werden. Die sechs Teammitglieder sind mehrheitlich aktive oder pensionierte Nagra-Mitarbeitende, die einen Bezug zur Region haben und sich um die Anliegen der Grundeigentümer und Pächter kümmern. Für die Gesamtkoordination ist der externe Seismik-Experte Michael Sonderegger zuständig. Er ist für Fragen oder Anliegen über die Gratis-Hotline 0800 437 333 und per Mail über seismik@nagra.ch erreichbar.

 

Nach der Information der Grundeigentümer werden Vermesser im Feld unterwegs sein. Sie kartieren alle Punkte, an denen mit Vibrationsfahrzeugen Schwingungen erzeugt oder Messinstrumente (Geofone) platziert werden. Mit einem Holzpflock werden diese Punkte markiert. Anschliessend werden die Messinstrumente platziert - hauptsächlich in Feldern und Wäldern. Sie bleiben bis zu drei Wochen an einem Ort liegen. Die 3D-seismischen Untersuchungen beginnen nach derzeitigem Stand Ende September.

 

Im Gebiet Jura Ost wird eine Fläche von ca. 100 Quadratkilometern untersucht. Dabei bewegen sich die Vibrationsfahrzeuge vor allem auf dem Strassen- und Wegenetz. Die 3D-Seismik liefert ein räumliches Abbild des Untergrunds bis in mehr als einen Kilometer Tiefe. Die Ergebnisse sind wichtig zur Klärung sicherheitstechnischer Fragen im Rahmen der Standortwahl für geologische Tiefenlager. Die Untersuchungen im Gebiet Jura Ost dauern von Ende September bis voraussichtlich Mitte Dezember. Danach wird im Gebiet Zürich Nordost gemessen. Es wird jeweils Informationsanlässe für die Bevölkerung geben.

 

Die seismischen Messungen im Gebiet Jura Ost haben begonnen

Der Auftakt der 3D-seismsichen Messungen im Gebiet Jura Ost fand am 1. Oktober in Mandach statt. In den kommenden Monaten sind rund 120 Mitarbeitende des Messtrupps in der Region Jura Ost unterwegs. 120 Mitarbeitende, sechs Vibrationsfahrzeuge, 150 km Kabel, 60‘000 Geofone – das sind hochempfindliche Messinstrumente – und ein Fuhrpark von rund 60 Fahrzeugen kommen im Rahmen der 3D-Seismik zum Einsatz.

 

Die weissen Pick-ups mit Berliner- oder Essener Autokennzeichen werden in der Region Jura Ost sicherlich nicht unbemerkt bleiben, wenn sie zwischen dem Hauptlager im Industriegebiet in Kleindöttingen und dem Messgebiet unterwegs sind. Für die Mitarbeiter der deutschen Firma DMT, die die Messungen im Auftrag der Nagra durchführt, ist Rücksichtnahme auf Anwohner und Verkehrsteilnehmer selbstverständlich. Seismische Messungen werden routinemässig in verschiedenen Regionen durchgeführt, vom ländlichen Raum mit intensiver Landwirtschaft bis zu dicht besiedelten Gebieten. Die Durchführung der Feldarbeiten im Einvernehmen mit der Bevölkerung ist Grundlage für eine erfolgreiche Messkampagne. Rücksicht ist allein schon deswegen nötig, weil an sechs Tagen in der Woche gemessen wird, jeweils montags bis samstags, von morgens früh bis in den Abend. Ziel ist, das rund 100 Quadratkilometer grosse Gebiet in drei Monaten seismisch zu untersuchen.

 

Die 3D-seismischen Messungen sind Bestandteil des Standortwahlverfahrens für geologische Tiefenlager. Mit den Messungen erhält man ein dreidimensionales Abbild des Untergrundes: Die Gesteinsschichten werden flächenhaft abgebildet und allfällige geologische Störungen können erkannt werden. Anhand der Messungen werden wichtige Erkenntnisse für die Standortwahl gewonnen. Bis die Ergebnisse der seismischen Messungen vorliegen, vergeht aber noch einige Zeit.

 

Seit Anfang September ist ein Team von sechs Mitarbeitenden der Nagra unterwegs in der Region, um die betroffenen Grundstückseigentümer persönlich über die seismischen Messungen zu informieren. In der zweiten Septemberhälfte kamen die Vermesser dazu. Sie markieren mit Holzpflöcken oder Strassenmarkierungen die einzelnen Messpunkte und den Verlauf der Kabellinien. Seit Ende September werden Kabel mit den Geofonen im Feld ausgelegt. Die Kabelausleger sind zu Fuss oder mit Pick-ups auf Strassen und befahrbaren Wegen unterwegs. Die Geofonketten können bis zu drei Wochen an einem Ort liegen, bevor sie wieder weggeräumt werden.

 

„Wir haben sehr erfahrene Mitarbeiter und werden versuchen, die Messungen mit so wenigen Einschränkungen wie möglich für die Bevölkerung durchzuführen“, erklärt Hauke Matthiesen von der deutschen Firma DMT, die die Messungen im Auftrag der Nagra durchführt. Dass es hie und da zu kurzweiligen Beeinträchtigungen im Strassenverkehr kommt, sei aber unvermeidbar. Matthiesen weist in diesem Zusammenhang auf die Hotline 0800 437 333 hin, die die Nagra extra für die Zeit der seismischen Messungen eingerichtet hat.

 

Messarbeiten der Nagra abgeschlossen

Die Nagra teilt mit, dass die seismischen-Messarbeiten im Standortgebiet Jura Ost abgeschlossen sind. Die aufgezeichneten Messdaten werden nun in einem aufwendigen Verfahren verarbeitet, analysiert und danach geologisch interpretiert, um ein dreidimensionales Abbild des tiefen Untergrundes zu generieren. Erste Ergebnisse werden nicht vor Ende 2016 vorliegen. Nach Abschluss der Aufräumarbeiten der Feldauslagen findet eine abschliessende Endkontrolle statt, bei welcher alle betroffenen Bewirtschafter nochmalig besucht werden, um allfällige Flur-, Kultur- und Wegeschäden aufzunehmen und zu entschädigen. Die Endkontrolle wird gegen Ende März 2016 abgeschlossen sein.